Resolution der Vollversammlung der IHK Wiesbaden zum Ausbau des Flughafens Frankfurt / Rhein-Main

Die Verkehrsinfrastruktur ist ein entscheidender Faktor im internationalen Standortwettbewerb. Um das hohe Kostenniveau in Deutschland durch eine besonders effiziente Produktion ausgleichen zu können, benötigt die Wirtschaft eine gut ausgebaute Infrastruktur.


Die Verkehrsinfrastruktur ist ein entscheidender Faktor im internationalen Standortwettbewerb. Um das hohe Kostenniveau in Deutschland durch eine besonders effiziente Produktion ausgleichen zu können, benötigt die Wirtschaft eine gut ausgebaute Infrastruktur, die eine schnelle, flexible, zuverlässige und kostengünstige Mobilität von Gütern und Personen ermöglicht.

Für das Rhein-Main-Gebiet ist ein leistungsfähiger Flughafen, der auch im internationalen Wettbewerb auf Dauer bestehen kann, ein unverzichtbarer Standortfaktor. Durch die Ausschöpfung aller derzeit bekannten Optimierungsmöglichkeiten in der Luft und am Boden kann die von der Fraport AG ermittelte wettbewerbsgerechte notwendige Kapazität von 120 Flugbewegungen pro Stunde mit den derzeitigen Start- und Landebahnen nicht erreicht werden. Deshalb ist ein Ausbau des vorhandenen Bahnensystems unbedingt erforderlich. Nur so kann die überragende wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für das Rhein-Main-Gebiet und die führende Stellung im Cargo-Bereich in Europa dauerhaft gesichert werden.

Das aufgrund der schrecklichen Attentate vom 11. September zur Zeit etwas geringere Passagieraufkommen ist – wie die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen – nur von vorübergehender Natur und deshalb nicht geeignet, die Notwendigkeit des Ausbaus in Frage zu stellen.

Der Vollversammlung der IHK Wiesbaden ist bewusst, dass eine zusätzliche Landebahn zu zusätzlichen Belastungen für Wohn- und Gewerbestandorte führt. Diese Belastungen müssen deshalb in erträglichen Grenzen gehalten werden. Das Mediationsverfahren hat als Ergebnis den einzig gangbaren Lösungsweg aufgezeigt: Bei der unverzichtbaren Kapazitätsausweitung müssen zeitgleich die vorgeschlagenen Maßnahmen zur nachhaltigen Kompensation der Belastungen umgesetzt werden: Optimierung, Anti-Lärmpakt, Dialogforum und bei Inbetriebnahme der neuen Bahn das Nachtflugverbot.

Die Vollversammlung der IHK Wiesbaden fordert alle beteiligten Interessengruppen auf, dieses Gesamtpaket zum Wohle unserer Region konstruktiv mitzutragen.

 

Wiesbaden, 12. Dezember 2001

Weitere Informationen: Lukas Kimel
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