Wasserkosten der Unternehmen in Hessen sehr unterschiedlich
153.000 Euro Preisunterschied pro Jahr und Standort

Die Wasserkosten der Unternehmen in Hessen fallen sehr unterschiedlich aus. Sie sind in den teuersten Kommunen bis zu viermal höher als in den günstigsten Kommunen. Wobei der Anteil der Abwasserkosten an den gesamten Wasserkosten bis zu 80 Prozent betragen kann und somit als der Kostentreiber gilt. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Frisch- und Abwassermonitors des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK).

„Das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht“, meint Burghard Loewe, Federführer für Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit des HIHK und führt weiter aus: „Die Kosten in der Wasserwirtschaft werden weiter steigen. Dafür sind unter anderem der Bevölkerungsrückgang, die Sanierungsnotwendigkeiten des Kanalnetzes und der weitere Ausbau der Kläranlagen, um belastende Spurenstoffe heraus zu filtern, verantwortlich.“

 

Im Moment seien die Preise jedoch recht stabil. Der durchschnittliche Frischwasserpreis liege 2018 mit 2,05 Euro um 0,03 Euro höher als 2017. „Damit liegt der Anstieg gegenüber dem Vorjahr unter der jahresdurchschnittlichen Veränderungsrate des Frischwasserpreises von 1,3 Prozent zwischen 2005 und 2017. Der durchschnittliche Frischwasserpreis zum Jahresbeginn 2018 liegt um 0,32 Euro und damit 18 Prozent  höher als 2005“, so Loewe. Der durchschnittliche Abwasserpreis liege je Kubikmeter bei 2,97 Euro und sei damit um 0.01 Euro zum Vorjahr gesunken.

 

„Doch die Preisspanne zwischen einzelnen hessischen Städten und Gemeinden ist enorm. So liegt die kostengünstigste Kommune Lorsch im Kreis Bergstraße beim Frischwasser bei 0,91 Euro je Kubikmeter und die teuerste Heidenrod (Rheingau-Taunus-Kreis) bei 3,74 Euro. Ähnlich große Preisspannen gibt es beim Abwasser: die kostengünstigste Kommune Alsbach-Hähnlein (Kreis Sarmstadt-Dieburg) verzeichnet einen Kubikmeterpreis von 1,17 Euro und die teuerste Weinbach (Kreis Limburg-Weilburg) von 5,96 Euro“, so Loewe.

 

Lediglich Neu-Isenburg habe den Preis pro Kubikmeter um 27,5 Prozent gesenkt. Die anderen Kommunen hätten ihre Preise nicht verändert. Durch die Preissenkung liege Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) mit 1,45 Euro pro Kubikmeter auf dem dritten Rang im hessenweiten Kommunenvergleich und habe sich mit Hilfe der Preissenkung 62 Ränge nach vorne geschoben.

 

Verantwortlich für die Preisunterschiede seien auch natürliche Gegebenheiten, Veränderungen im Verbraucherverhalten, der Zustand des Versorgungsnetzes und das Vorhandensein, oder Fehlen von Gebührensplitting.

 

Loewe erklärt: „Neben den Einzelpreisen verdeutlichen die Vergleichsrechnungen der Unternehmensbeispiele, dass die Frisch- und Abwasserpreise je nach Standort stark variieren können: Für eine repräsentative Großbäckerei kann die relative Differenz in den Summen aus Frisch- und Abwasserpreisen 226% betragen. Bei allen Beispielunternehmen liegt die Preisschere zwischen der günstigsten und der teuersten Kommune bei mindestens 226 und maximal  327 Prozent. Die absoluten Differenzen betragen für Großbäckereien, Galvanikunternehmen sowie Sanitär- und Anlagenbauer über 153.000 Euro pro Jahr.“

 

Vor diesem Hintergrund appelliert Loewe an die Verantwortlichen in den Kommunen: „Nutzen sie die Möglichkeiten zur Kosteneinsparung, wie einen gemeinsamen Notdienst, eine gemeinsame Ersatzteilbevorratung, eine zentrale Steuerung der Anlagen bis hin zur gemeinsamen Abrechnung, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.“

 

In der Zusammenarbeit benachbarter Kommunen liegt nach Ansicht des HIHK noch ein erhebliches Potenzial, das für Kostensenkungen eingesetzt werden kann. „Dazu müssten die Verantwortlichen natürlich über den kommunalen Tellerrand hinausschauen“, so Loewe.

 

Ein hervorragendes Beispiel sei in Ost-Hessen zu finden. „Intelligente Zähler wurden im Rahmen von interkommunaler Zusammenarbeit installiert. Durch Digitalisierung können unter anderem smarte Zähler oder Durchflussmessgeräte ohne Sensoren im Rohr eingesetzt werden. Die intelligenten Zähler eröffnen neben der schnelleren Auslesemöglichkeit von Daten die Chance, Leckagen beim Konsumenten oder im Wasserversorgungsnetz schneller zu lokalisieren, sodass Kosten gespart und größere Schäden vermieden werden können. Sehr nachahmenswert“, findet Loewe.

 

Der Frisch- und Abwassermonitor ist unter
www.ihk-hessen.de/themen/umwelt/wassermonitor/ abrufbar.

Weitere Informationen: Klaus Linke
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