Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) diskutiert
Hessen braucht Beschleunigung beim Ausbau der Infrastruktur

„Der Verkehr in Hessen wird weiter wachsen und die Straße allein wird das Aufkommen nicht bewältigen können“, so Eberhard Flammer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE), in seiner Rede anlässlich der Diskussionsveranstaltung „Der ÖPNV nach der Wahl: Fit für die digitale Zukunft und nachhaltig finanziert?“ in Frankfurt.

„Die Hunderttausende von Mitarbeitern von hessischen Unternehmen, die täglich zur Arbeit pendeln, haben es verdient, schnell, zuverlässig und pünktlich vor Ort zu sein“, so Flammer weiter. „Dennoch werden die Stauanfälligkeit der Straßen immer größer und die Verspätungen immer häufiger.“ Beide Verkehrsträger, Schiene und Straße, müssten zukunftsfähig gemacht und entsprechend ausgebaut werden.

 

„Die heute entscheidenden Engstellen beim Infrastrukturausbau sind die Planungsprozesse“, so Flammer. Die Politik sollte für eine beschleunigte Entscheidung von Verfahren sorgen, um den Anforderungen an moderne Infrastruktur gerecht werden zu können. „Um schnelle und rechtssichere Genehmigungsverfahren sicherzustellen, ist ein Beschleunigungsgesetz zum Infrastrukturausbau notwendig, das nur eine gerichtliche Instanz bei Klagen gegen ein Projekt vorsieht.“

 

Damit noch mehr Menschen Bus und Bahn fahren, braucht es ein attraktives ÖPNV-Angebot mit einem gut ausgebauten Netz, welches auch das Verkehrswachstum aufnehmen kann. Gerade in der Metropolregion FrankfurtRheinMain gibt es einen erheblichen Nachholbedarf für die Schieneninfrastruktur, aber auch die ländlichen Regionen Hessens sollten besser über die Schienenwege erschlossen werden.

 

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, machte deutlich: „Dank zusätzlicher Mittel können wir zum Fahrplan 2018 endlich mehr Fahrten anbieten. Damit die Klimaziele erfüllt werden, bedarf es aber einer Verdopplung des Verkehrsanteils von Bus und Bahn. In den nächsten Jahren werden zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Schienenwege in Hessen investiert. Dies können nur erste Schritte in die richtige Richtung sein. Die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und die finanziellen Mittel für die Bestellung des Fahrtenangebots müssen spürbar und langfristig auf einem ausreichend hohem Niveau verstetigt werden.“

 

„Deutschland droht seine Klimaschutzziele deutlich zu verfehlen. Im Verkehrssektor steigen die Schadstoffemissionen seit Jahren immer weiter statt zu sinken. Ein moderner, leistungsstarker und ökologischer ÖPNV kann gerade in den Großstädten und Ballungsräumen wesentlich dazu beitragen, die Probleme bei Luftreinhaltung und Schadstoffbelastung nachhaltig zu lösen. Doch dafür muss mehr in den ÖPNV investiert werden“, so Matthias Kalbfuss, Vorsitzender Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Landesgruppe Hessen.

 

Der moderne ÖPNV leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz und der Luftreinhaltung. Um drohende Fahrverbote, die die Luft nicht nachhaltig verbessern, zu vermeiden, sollte der ÖPNV als heute schon eine der umweltfreundlichsten Verkehrsformen, sukzessive ausgebaut werden. Darüber hinaus können durch Investitionen in die Ladeinfrastruktur und e-Fahrzeuge auch ein lokal emissionsfreier ÖNPV entwickelt werden. Für den Transformationsprozess ist die Unterstützung durch die Kommunen, Länder und dem Bund nötig.

 

Am Ende der Veranstaltung stand der gemeinsame Aufruf, jetzt mit Investitionen die ÖPNV-Branche zu stärken und damit die Weichen für den Verkehr der Zukunft zu stellen.

Weitere Informationen: Klaus Linke
Pressemeldungen
22.06.2018 Planungen zur Fernstraßenverkehrsinfrastrukturgesellschaft
HIHK besorgt über mögliche Benachteiligung Hessens

Hessen geht nach den aktuellen Planungen des Bundes bei den Niederlassungen der neuen Fernstraßenverkehrsinfrastrukturgesellschaft leer aus. Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammer-tages (HIHK), bekräftigt daher die Befürchtung der hessischen Wirtschaft, „dass die Instandhaltung der Autobahnen in Hessen dann nicht mehr im erforderlichen Umfang gewährleistet ist.“

22.06.2018 Neubaustrecke Gelnhausen-Fulda für Frankfurt Rhein-Main unverzichtbar

Die Kinzigtalbahn zwischen Gelnhausen – Fulda ist seit 2008 durch den Güter-, Personennah- und -fernverkehr mit 250 bis 300 Zügen pro Tag chro-nisch überlastet. Seit den 90er Jahren gibt es deshalb Überlegungen für eine Fernverkehrstrasse, um die Kapazitäten zu erweitern. Die geplante Neubau-strecke ist das zweite Teilstück des Gesamtvorhabens Aus- und Neubaustre-cke Hanau–Würzburg/Fulda–Erfurt.

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